Übergabe Petition "ABGELEHNT!"

Montag, 11. September 2017
SOS-SANTÉ

Über 8000 Menschen unterstützen die Forderungen von SOS SANTÉ und die Petition "ABGELEHNT!". Im Rahmen einer Protestaktion auf dem Bundesplatz übergaben Ärzte und Patienten heute die Unterschriften ans BAG.

Eine Gruppe von Ärzten und Patienten überbrachten heute der Bundeskanzlei über 8000 Unterschriften gegen Bundesrat Bersets TARMED-Eingriff. Die Petition „ABGELEHNT!“ gegen diesen Eingriff wurde im Juni vom Verein SOS SANTÉ - Allianz für Versorgungssicherheit in der ambulanten Medizin lanciert. Trotz der am 16. August bekannt gegebenen Korrekturen bleiben insbesondere die darin vorgesehenen zeitlichen Einschränkungen problematisch und schaffen eine Zweiklassenmedizin: Patienten für die man sich Zeit nehmen darf und die anderen.

Keine Zweiklassenmedizin

Die Petitionsübergabe wurde von einer Protestaktion auf dem Bundesplatz begleitet. Mit einer überdimensionierten Medikamentenpackung mit der Aufschrift "TARMED-Eingriff: BR Alain Bersets Mogelpackung" griffen die Demonstranten die Sorgen und Ängste der Bevölkerung auf. Bundesrat Bersets 2. TARMED-Eingriff schafft eine Zweiklassenmedizin und bedroht das Schweizer Gesundheitssystem, das qualitativ international als Drittbestes der Welt platziert wird. Zudem verhindert der TARMED-Eingriff die dringend nötige interprofessionelle Zusammenarbeit, statt sie zu fördern, indem Leistungen in Abwesenheit des Patienten eingeschränkt werden. Die Patienten, ihre Angehörigen und die verschiedenen Therapeuten und Partner (Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Apotheker usw.) müssen mehr und nicht weniger in die Behandlungsprozesse eingebunden werden! 

SOS SANTÉ fordert deshalb, dass Tarifeingriffe auf nachvollziehbaren Fakten und Daten basieren müssen und in konstruktiver Zusammenarbeit mit den sachkompetenten Leistungserbringern erfolgen müssen, um strategische und unsachliche Fehlsteuerungen zu vermeiden. 

Konkret fordert der Verein SOS SANTÉ, dass folgende Punkte bis zum Bundesratsbeschluss im Oktober dringend angepasst werden: 

  1. Die zeitliche Beschränkung des Arztgespräches auf 20 Minuten muss wieder angehoben werden.
  2. Leistungen in Abwesenheit des Patienten dürfen nicht eingeschränkt werden.

Eine reine Scheinübung 

Der Bundesrat versprach, mit dem Eingriff 470 Millionen Franken im ambulanten Bereich zu sparen. Aber die Übung ist eine Farce. Anstatt zu sparen, werden die Gesundheitskosten an anderer, teurerer Stelle zunehmen. Der Eingriff ist ein Scheinrezept gegen ein kränkelndes Gesundheitssystem und das Mittel hat viel mehr negative Nebenwirkungen, als dass es Heilung bringen würde! 

Dr. med. Michael Andor vom Verein SOS SANTÉ erklärt: „Der Spareingriff führt klar zu einer schlechteren Versorgung. Zeitdruck kann im besten Fall dazu führen, dass sich der Patient nicht ernst genommen fühlt und sein Vertrauen in den Arzt schwindet. Im schlimmsten Fall wird das sogar zu Todesfällen führen. Sicher aber zu teuren Zusatzabklärungen, Nachbesprechungen und zusätzlichen Konsulationen.

Deshalb fordert auch er, dass bei der Ausarbeitung der Verordnung bis Oktober genügend Zeit für das Gespräch zwischen Arzt und Patienten eingeräumt wird.

Kontakt

Deutsch: Dr. med. Michael Andor, Facharzt für Rheumatologie FMH, 079 373 82 44

Französisch: Dr. med. Monique Lehky Hagen, Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft, Executive MBA focus Healthcare, 076 417 67 19

Für organisatorische Fragen: Martin Diethelm, Verein SOS SANTÉ, 044 515 02 49

Download hochaufgelöste Fotos der Petitionsübergabe

Download Lancet-Studie, die Schweizer Gesunheitssystem als drittbestes weltweit qualifiziert

Übergabe Petition 11. September

Downloads:
lancet170518.pdfLancet-Studie, die aufzeigt, dass die Schweiz das weltweit drittbeste Gesundheitssystem hat

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