Ärztetarife: TARCO ist der einzige Ausweg

17 Jan 18
SOS-SANTÉ

Seit knapp zwei Wochen ist die von Bundesrat Alain Berset festgelegte Tarifstruktur TARMED nun in Kraft. Der Bundersrat verspricht sich dadurch Ersparnisse von CHF 470 Millionen, übersieht dabei jedoch die Kosten, die die Sparmassnahmen auszulösen drohen.

Nachdem die Tarifpartner 2016 die TARMED-Revision verworfen hatten, lancierte die Verbindung der Schweizer Ärzte (FMH) das Projekt Tarmed Consensus, kurz TARCO. Diese neue Tarifstruktur hat zum Ziel, von allen Partnern akzeptiert zu werden und das nun gültige Paket des Bundesrates bald wieder abzulösen.

Entsprechend wird Urs Stoffel, Mitglied des Zentralvorstands der FMH, im Artikel Finaler Anlauf für einen neuen Ärztetarif in der Luzerner Zeitung vom 5. Januar 2018 in Bezug auf TARCO zitiert: «Es braucht einen Ausweg aus dem Amtstarif. Und es gibt nur ­einen einzigen.»

Inzwischen stehen die überarbeiteten Tarifpositionen weitgehend fest und wurden in der Vernehmlassung von allen Fachgesellschaften gutgeheissen. Der Leistungskatalog wurde von über 4600 Positionen auf 2700 reduziert und schafft somit gleichzeitig eine massive Vereinfachung und auch mehr Transparenz. Dies ist insbesondere deshalb relevant, weil heute 97% der über TARMED abgerechneten Leistungen auf gerade einmal 200 Positionen zurückgeführt werden können.

Nun steht die Feuerprobe an: die Verhandlungen mit den Tarifpartnern. Diese sollen bis Ende März abgeschlossen sein, damit die neue Tarifstruktur bis Mitte Jahr dem Bundesrat vorgelegt werden kann. Ziel dabei ist es, dass der Amtstarif sobald wie möglich abgelöst werden kann und der Bundesrat nicht abermals über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheidet. Mit diesem ambitiösen Zeitplan könnte TARCO bereits per Anfang 2019 in Kraft treten.

SOS SANTÉ steht voll hinter dem überarbeiteten Tarif und ist gespannt darauf, ob sich auch die Versicherer konstruktiv der Diskussion stellen werden. 

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